Verabschiedung von Dr. Gabriele Broszio

Die stellvertretende Direktorin "geht in Rente"

Der Leiter der Abteilung Erwachsenen- und Familienbildung Andreas Hölscher bei seinem Dank an die ausscheidende stellvertretende Direktorin des Liborianums Dr. Gabriele Broszio (C) Liborianum / Foto: Joachim Wirth Am 30. Oktober 2018 verabschiedete das Liborianum seine stellvertretende Direktorin und Referentin für Frauenbildung Dr. Gabriele Broszio. Nach (auf den Tag genau) 25 Jahren im hauptberuflichen kirchlichen Dienst, davon 22 Jahre und 2 Monate als Referentin für Frauenbildung, schied sie mit dem 1. November aus der Erwerbstätigkeit aus und verlässt damit auch ihre Aufgabenbereiche innerhalb des Liborianums.

Mit einer Wort-Gottes-Feier in der Kapuzinerkirche unter Leitung von Msgr. Gregor Tuszynski begann der Verabschiedungsabend. Frau Dr. Broszio hatte sich bewusst für diese Gottesdienstform entschieden: über viele Jahre hat sie bei den Ausbildungskursen für angehende Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern mitgewirkt.

Julia Fisching-Wirth und Wolfgang Möser (c) Liborianum / Foto: Joachim Wirth Beim anschließenden Empfang in den Räumen der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung am Standort Paderborn an der Giersmauer spielte die Musik eine wichtige Rolle. Seit Jahrzehnten ist Frau Dr. Broszio nämlich als Organistin tätig, leitet Chöre und hat bei vielen Veranstaltungen des Erzbistums Paderborn und des Liborianums am Klavier gesessen, um den Gesang der Menschen zu begleiten - dies oft in Zusammenarbeit mit Julia Fisching-Wirth (Gitarre), die folgerichtig auch die Verabschiedung musikalisch gestaltete, unterstützt durch den Kollegen Wolfgang Möser.

Während der Feier würdigte Stephan Winzek, Direktor des Bildungs- und Gästehauses Liborianum, den beruflichen Werdegang und die Arbeit von Frau Dr. Broszio:

Nach dem Abitur 1972 waren die Jahre bis 1993 geprägt durch Studium und erste berufliche Tätigkeiten. Im Mittelpunkt standen zunächst das Musikstudium, danach die Fächer Anglistik und Katholische Theologie. Sie hat in dieser Zeit die Staatliche Prüfung für Musiklehrerinnen abgelegt und den Ausbildungskurs für nebenberufliche Kirchenmusiker mit der C-Prüfung abgeschlossen.

Weitere Etappen waren die 1. Staatsprüfung in Erziehungswissenschaft, in Katholischer Religionslehre und in Englisch, der Studienabschluss mit der Staatsarbeit im Fach Kath. Religionslehre und schließlich 1993 die Promotion zur Dr. theol. im Fach „Alte Kirchengeschichte“.

Seit dem 1. September 1996 war Frau Dr. Broszio beim Erzbistum Paderborn als Referentin für Frauenbildung angestellt und damals dem Diözesanbildungswerk als hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin „zur Verfügung gestellt“ worden.

Nach der Auflösung des Referates Frauenseelsorge/Frauenbildung wurde zunächst ein Priester in der Abteilung Gemeinde- und Erwachsenenpastoral zum „Diözesanbeauftragten für die Seelsorge für Frauen“ ernannt, später wurde diese Aufgabe dann Frau Dr. Broszio übertragen. Sie hat sie auch behalten, als sie 2011 dem Bildungshaus Liborianum zugeordnet wurde und seit dem 1. Januar 2012 neben ihrer Aufgabe als Referentin für Frauenbildung und religiös-theologische Bildung die stellvertretende Direktorin des Liborianums war.

Direktor Winzek ging dann näher auf das Wirken von Frau Dr. Broszio im Liborianum ein:

„Eine so lange berufliche Tätigkeit angemessen, umfassend und treffend zu würdigen, ist unmöglich. So mögen es mir alle verzeihen, wenn ich nur einige Aspekte herausgreife…

Glaube hat Zukunft

Das ist das Motto, das Leitthema eines Kursangebotes für Erzieherinnen, das Du entwickelt und geleitet hast. Damit ist sicher ein wichtiger Arbeitsbereich angesprochen, nämlich die Angebote für bestimmte kirchliche Berufsgruppen, für die Du Dich eingesetzt hast. ‚Glaube hat Zukunft‘ steht aber auch für Deine eigene Einstellung. Für Dich hatte und hat unser Glaube Zukunft. Theologische Bildung war für Dich nie reine Informationsvermittlung, sondern Einladung und Hilfestellung zum Glauben.

Kompetenzzentrum für Frauenbildung

Das war eine Zielsetzung, die wir für das Liborianum verfolgt haben. Ob das Liborianum als Ganzes dem gerecht geworden ist, mögen andere beurteilen. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass Du eine zentrale und vor allem eine kompetente Kollegin im Bereich der Frauenbildung bist. Kompetente Frauenbildung ist das Zentrum, der Schwerpunkt Deiner Arbeit. Davon zeugen viele Bildungsformate, die Du entwickelt und gestaltet hast. Ich nenne nur als Beispiele das Neujahrstreffen der Frauen, die Frauenbildungsfrühstücke oder zuletzt die Frauen-Sommer-Akademie. Ich bin sicher, dass viele Deine Angebote vermissen werden.

Eine besondere Form der Frauenbildung waren die Frauenliedertage, die Du mit Julia Fisching-Wirth angeboten hast. Sie haben viele Frauen inspiriert, neues Liedgut in ihre eigenen Gemeinden und Chöre mitzunehmen. So ist die Musik ein weiterer Grundtenor Deiner Arbeit. Und dabei war es Dir immer auch wichtig, inhaltliche und spirituelle Zugänge zu den Liedern zu eröffnen, die Du vorgestellt und eingeübt hast.

Ein letztes inhaltliches Stichwort ist die liturgische Bildung, die Dir sehr am Herzen liegt. Zu nennen sind hier vor allem die Kurse für angehende Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern. Gemeinsam hoffen wir, dass das Liborianum auch nach der Neueröffnung im Jahr 2020 wieder ein besonderer und beständiger Ort der liturgischen Bildung wird.“

Direktor Stephan Winzek bedankt sich bei Dr. Gabriele Broszio (c) Liborianum / Foto: Joachim Wirth Abschließend bedankte sich Direktor Winzek bei Frau Dr. Broszio für ihre Mitarbeit in der Leitung des Liborianums:

"Ich habe es als ungeheure Hilfe erlebt, Dich in der Leitung des Liborianums an meiner Seite gehabt zu haben. In vielen Situationen konnte ich Dich um Deinen Rat, Deine Einschätzung, Deine Sicht der Dinge fragen. Oft haben wir uns gemeinsam zu bestimmten Fragen eine Meinung gebildet. Mit Dir Probleme oder Aufgaben beraten zu können, war mir eine große Erleichterung."

Er schloss mit den Worten:

"So möchte ich Dir als dein Kollege und gleichzeitig im Namen des Liborianums - und damit auch stellvertretend für das Erzbistum Paderborn - für Deinen Dienst in den zurückliegenden Jahren danken. Ich danke Dir für Deine Arbeit als Erwachsenenbildnerin, als Glaubensvermittlerin und als stellvertretende Direktorin des Liborianums."

Verabschiedung durch die Mitarbeitenden des Liborianums (c) Liborianum / Foto: Joachim Wirth

Diesem Dank schlossen sich auch die Mitarbeitenden des Liborianums, der Abteilung Erwachsenen- und Familienbildung des Erzbischöflichen Generalvikariates und viele Gäste an.