Geistliche Chormusik aus dem Baltikum

Die Capella Quirina Neuss gastiert in der Kapuzinerkirche

Die Capella Quirina bei einem Konzert in den USA (C) Capella Quirina
Am Sonntag, dem 21. September, stellt sich um 18 Uhr in der Kapuzinerkirche mit dem Kammerchor Capella Quirina Neuss einer der renommiertesten Kammerchöre des Rheinlands dem Paderborner Publikum vor. Im Mittelpunkt seines anspruchsvollen A-cappella-Programms unter Leitung von Joachim Neugart steht baltische geistliche Chormusik. Auf dem Programm stehen folgende Werke:

Frank Martin (1890-1974)
Kyrie aus der Messe für zwei vierstimmige Chöre

Ēriks Ešenvalds (*1977)
Evening

Arvo Pärt (*1935)
Nunc dimittis

Vytautas Miškinis (*1954)
O sacrum convivium

Rihards Dubra (*1964)
Ave verum

Ēriks Ešenvalds (*1977)
Long Road

Frank Martin (1890-1974)
Credo aus der Messe für zwei vierstimmige Chöre

Ēriks Ešenvalds (*1977)
O salutaris hostia

Außerdem spielt Dr. Hans-Jakob Gerlings ausgewählte Orgelmusik.

Der Eintritt ist frei. Nach dem Konzert wird eine Spende zur Deckung der Kosten des Kammerchores erbeten.


In Litauen, Lettland und Estland gibt es eine lange Tradition des Chorsingens. Im Herzen Europas liegend nehmen diese Länder politisch wie künstlerisch eine Mittlerposition zwischen Ost- und Westeuropa ein. Die baltische Chormusik ist eng verbunden mit dem nationalen Bewusstsein und stellt die Basis für eine Vielfalt musikalischen Schaffens dar. Komponisten wie Arvo Pärt, Vytautas Miškinis und Ēriks Ešenvalds stehen für die Entwicklung der baltischen A-capella-Chormusik von der Romantik bis zur Gegenwart und geben Einblick in die geistliche Musik der Region. In Ergänzung zu den baltischen Chorwerken stehen beim Konzert in der Kapuzinerkirche Teile aus der Messe für zwei vierstimmige Chöre von Frank Martin auf dem Programm.

Die Capella Quirina wurde vor 25 Jahren von Münsterkantor Joachim Neugart als Spezialistenchor des 130-jährigen Münsterchores Neuss mit dem Ziel der projektbezogenen Probenarbeit an seltener geistlicher Chormusik gegründet. In Gottesdiensten und Konzerten bereichert er das musikalische Leben am der romanischen Quirinusbasilika Neuss. Die Besetzung wechselt je nach Programm zwischen 15 und 30 Chorsängerinnen und ‑sängern, deren stimmliche Vorbildung Chorsingen auf hohem Niveau ermöglicht. Im Repertoire des Chores finden sich Messkompositionen und Motetten von der Renaissance bis zur Moderne, aber auch die großen Oratorien von Händel und Bach. Der neuen Musik fühlt sich das Ensemble besonders verpflichtet. Davon zeugen verschiedene Erst- und Uraufführungen. Konzertreisen führten den Chor bisher nach Österreich und Spanien, 2009 nach Japan, 2011 nach Australien und 2013 in die USA.

Da der Chor projektbezogen arbeitet, zieht er Sängerinnen und Sänger weit über Neuss hinaus an: So wirkt auch die Altistin Elisabeth Altfeld aus Paderborn, hier ist sie Mitglied der Domkantorei, regelmäßig bei einzelnen Projekten in Neuss mit. Besonders freut sich Norbert Herting auf das Konzert in Paderborn: Er hat das Singen als Sängerknabe im Paderborner Domchor gelernt, dem er 20 Jahre angehört hat. Nach dem Studium zog es ihn berufsbedingt ins Rheinland, wo ihm die gründliche Paderborner Sängerschulung ermöglicht, als tiefer Bass auch die semiprofessionellen Anforderungen der Capella Quirina zu erfüllen.

Joachim Neugart (C) Capella Quirina Joachim Neugart

wurde 1960 geboren. Nach Studien an der Kirchenmusikschule Speyer und an der Musikhochschule des Saarlandes ist er seit 1988 als Münsterkantor am Quirinusmünster Neuss für die Kirchenmusik zuständig. Hier obliegt ihm die Leitung der Chöre an dieser traditionsreichen romanischen Basilika (Münsterchor, Kammerchor Capella Quirina).

Von 1989-1996 war er außerdem Dirigent des Moerser Kammerchores.

Von 1994 bis 2001 hatte er einen Lehrauftrag für Dirigieren an der Kirchenmusikschule St. Gregorius-Haus in Aachen. Unter seiner Leitung gab der Kammerchor der Kirchenmusikschule vielbeachtete Konzerte im Rheinland und unternahm Konzertreisen nach Österreich, Tschechien und Ungarn. Gastdirigate führten ihn mehrfach zur „Choral Arts Society“ nach Tokyo. Seit 1999 ist er Dirigent des Neusser Kammerorchesters und seit 2002 Dirigent des Schönhausen-Chores Krefeld. Darüber hinaus wirkte er von 2003-2006 als Lehrbeauftragter für Chorleitung an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Chorleiterkurse in Deutschland und Japan sowie CD-Einspielungen als Dirigent und Organist geben darüber hinaus Zeugnis von Joachim Neugarts vielseitiger musikalischer Tätigkeit.

Hans-Jakob Gerlings

studierte Kirchenmusik am St. Gregoriushaus in Aachen. Im Oktober 1999 schloss sich ein weiteres Studium am Institut für Alte Musik der Hochschule für Künste in Bremen an. Im Fach Orgel bei Prof. Harald Vogel und im Fach Cembalo bei Ingelore Schubert. An der berühmten Schnitgerorgel der Ludgerikirche in Norden spielte er im Oktober 2001 das Abschlusskonzert seiner Diplomprüfung. Meisterkurse bei Prof. Dr. Ewald Kooiman (Amsterdam), Prof. Heinz Wunderlich (Hamburg) und Prof. Dr. Jon Laukvik (Stuttgart) rundeten seine Ausbildung ab. Als Organist und Cembalist im Barock-Ensemble „Ventus Zephyrus“ gewann er im Juni 2001 den 1. Preis beim „Alte-Musik-Treff“ in Berlin.

Seit August 2001 ist er Kantor an der Stadtpfarrkirche St. Agatha in Dorsten und verantwortlich für die breitgefächerte Kirchenmusik der Chöre und Initiator der Orgelkonzerte zur Marktzeit an der großen Breil-Orgel. An der Folkwang-Universität der Künste in Essen studierte er seit 2005 Musikwissenschaften im Fachbereich Gregorianik bei Prof. Dr. Stefan Klöckner und wurde dort im Juli 2011 promoviert.