Credo-Vertonungen zwischen Konvention und persönlichem Bekenntnis

Vortrag von Prof. Dr. Paul Thissen

Prof. Dr. Paul Thissen Foto: privat
Aus Anlass der Ausstellung "CREDO - Christianisierung Europas im Mittelalter" bietet das Liborianum am Freitag, 20. September 2013, um 19.30 Uhr einen Vortrag von Prof. Dr. habil. Paul Thissen an, der anhand von Kompositionen aus fünf Jahrhunderten aufzeigen wird, wie Komponisten das Glaubensbekenntnis auf unterschiedliche Weise vertont und damit auch für sich interpretiert haben.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein sind Vertonungen des Glaubensbekenntnisses so gut wie immer Teil eines größeren Ganzen, nämlich Teil einer Mess-Kompositionen und damit einer allgemein funktional ausgerichteten Musik. Damit einher geht ein weitgehend formelles Verhältnis von Musik und Text. Mit Beethovens Missa solemnis zeigen sich erstmals stärker ausgeprägte Individualisierungen. Sie führen schließlich im 20. Jahrhundert dazu, dass das "Credo" auch als nicht für den Gottesdienst gedachte Einzelkomposition in Erscheinung tritt.

Für die meisten solcher Werke gilt, dass sie von einer persönlichen Auseinandersetzung des Komponisten mit dem liturgischen Text zeugen; die Spannweite dieser Auseinandersetzung reicht von der kritischen Reflexion einzelner Glaubensartikel bis hin zum umfassenden katholischen Bekenntnis.

Anhand von Kompositionen aus fünf Jahrhunderten wird diese Geschichte des Verhältnisses von Musik bzw. Komponist und Text exemplarisch dargestellt.

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