Liborianum stellt die Misereor-Hungertücher aus

Ausstellung im Kreuzgang

Die Bildungsstätte Liborianum macht in diesem Jahr in besonderer Weise auf das Bischöfliche Hilfswerk Misereor aufmerksam und unterstützt die diesjährige Aktion unter dem Leitwort "Wir haben den Hunger satt!".


In Zusammenarbeit mit dem Referat Mission-Entwicklung-Frieden des Erzbischöflichen Generalvikariates zeigt das Liborianum im Kreuzgang alle 18 Hungertücher, die Misereor von 1976 bis 2011 hat herstellen lassen. Die Hungertücher, die in chronologischer Folge aufgehängt sind, laden den Besucher, die Besucherin ein, sich an die eigene Begegnung mit den Hungertüchern früherer Jahre zu erinnern. Vor allem aber machen sie die Themen sichtbar, die in den verschiedenen Zeiten im Mittelpunkt standen. Wer genau hinschaut, wird wahrnehmen, wo sich Fragestellungen und Perspektiven gewandelt haben, wo aber auch Kontinuität zu spüren ist.


Das aktuelle Hungertuch der bolivianischen Künstlerin Ejti Stih mit dem Titel "Wie viele Brote habt ihr?" hängt seit Aschermittwoch im großen Speisesaal des Liborianums. Es verdeckt ein altes Gemälde an der Stirnwand des Saales. Die vier "Tisch-Szenen" des Bildes beziehen sich auf die biblischen Texte vom reichen Mann und dem armen Lazarus (Lk 16), von der Brotvermehrung (Mk 6), vom letzten Abendmahl (Lk 22) und von Jesu Vision der Fülle des Lebens (Joh 10,10). Gegliedert und verbunden werden die Szenen durch das Kreuz als Zeichen von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu.

Das Hungertuch will nicht nur Dekoration oder neuer Blickfang sein, sondern die Mahl-Zeiten im Speisesaal in einen Fragehorizont stellen: "Wie viele Brote habt ihr?" Schön wäre es, wenn dadurch manch fruchtbares Nachdenken und Gespräch angeregt würde.