Durchkreuztes Leben

Biblische Bilderzyklen von Martin Ryng im Liborianum zu sehen

Martin Ryng, Bildmitte, stellt seine Bilder im Liborianum aus. Durchkreuzt erfuhr der Künstler Martin Ryng selbst sein Leben, wurde er doch 1984 ohne Arme und Beine geboren, im heute polnischen Schlesien.  Die Kunst, die Möglichkeit, sich kreativ-schöpferisch auszudrücken, bot Martin Ryng aber die Chance, sein dunkles Schicksal zu durchbrechen, wie Bildungsreferent Dr. Werner Sosna in seiner Einführungsrede bei der Ausstellungseröffnung hervorhob. In seinen Bildern spiegelt sich der innere Kampf mit den destruktiven, lebensverneinenden Mächten wider, die er niederringt zugunsten einer positiven hoffungsvollen Perspektive. Die Kunst wies ihm einen Weg, sein Leben neu zu entwerfen und zu gestalten, wurde zu seinem Weg, sich in dieser Welt
wiederzufinden. Damit spricht sich in dem Lebensweg, den Martin Ryng einschlug, etwas von dem inneren Wesen wahrer Kunst aus. Sie stellt den Künstler vor eine innere Notwendigkeit, wie Werner Sosna erläuterte: „Das Künstlerische kommt dort erst zu seiner eigentlichen Größe, wo es sich aus dem Dasein der Mensche heraus seinen Weg bahnt – oft genug gegen alle Widerstände von außen und von innen.“

Martin Ryng zeichnet, entwirft Fotokollagen und –montagen, nutzt aber auch den Computer, um eine künstlerische Idee umzusetzen. „Am Anfang“, so betont er, steht immer eine innere Idee.“ Die spinnt er dann am Computer weiter. Dabei fasziniert ihn besonders, dass er, der sich in seinem persönlichen Leben derart eingeschränkt erfährt, mit seiner Kunst am Computer völlig neue Welten erfinden und schaffen kann. Wenn er in seinem künstlerischen Ausdruck auch eher von Leid- und Karfreitagserfahrungen auseht, so lässt sich an seiner Werken doch eine Entwicklung erkennen. Die Formen werden klarer, auch die Farben erscheinen weniger finster. „Wir sind mit diesen Bildern auf dem Weg zu Ostern“, hob denn auch Franz-Josef Volmert, Direktor des Liborianums, in seiner Begrüßungsansprache hervor.

Die Ausstellung kann bis zum 29. Mai sonntags bis 12 Uhr und die übrigen Tage von 9 bis 17 Uhr im Liborianum besichtigt werden.