Was hält den Alkoholiker bei der Stange?

Prof. Kurt Guss spricht im Liborianum

Der Kreuzbund Diözesanverband Paderborn, der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn und das Liborianum laden zu einer weiteren Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, dem 29. Juni 2016 um 19.30 Uhr ein, bei der das Thema "Alkohol" im Mittelpunkt steht. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wie ist es möglich, dass Alkoholiker trotz aller negativen Nacheffekte, trotz zerstörter Familie, trotz Strafverfahren, Disziplinarverfahren und Ausnüchterungszellen dem Alkohol treu bleiben, ihm gewissermaßen die Stange halten?

Auf diese Fragen antwortet der Referent aus seiner persönlichen und beruflichen Erfahrung. Seine durchaus provozierend gemeinte These lautet:
"Der Alkoholiker hält eisern am Alkohol fest, weil er in einer versoffenen Welt lebt, in der Alkohol höchstes Ansehen genießt, weil die Alkoholmafia von Politik, Wirtschaftswerbung, Ärzten und Psychologen dafür sorgt, dass die Alkoholfahne hochgehalten wird. Für dieses Elend und für millionenfachen Tod sind wir alle mitverantwortlich! Das alles müsste nicht sein, denn kein Mensch braucht Alkohol. Am wenigsten der Alkoholiker. Der Alkoholiker braucht keine Beratung, keine Intervention, keine Reha, keine Verhaltenstherapie und erst recht keine Psychoanalyse, er braucht nicht einmal Menschen, die ihn verstehen. Alles, was er braucht, sind andere Alkoholiker, mit denen er über sein Problem sprechen kann. Diese Menschen findet er in guten Selbsthilfegruppen. Dort wird er dauerhaft gegen die angesehene Droge Alkohol immunisiert. Dort ist er sehr gut aufgehoben."

Prof. Dr. mult. Kurt Guss ist ein mehrfach promovierter und habilitierter Wissenschaftler, der auf Lehraufträgen im In- und Ausland zurückblickt. Er ist Leiter der Heilpraktikerausbildung an der Ostwestfalen-Akademie in Borgentreich und Autor zahlreicher Bücher ("Klinik Villa Rothenburg", "Rubins Becher", "Leer gesoffen"). Bekannt geworden ist er durch seine spielerische und humorvolle Art, komplizierte Sachverhalte darzustellen. Die Zeitschrift "Psychologie Heute" schreibt daher über ihn: "Seine Didaktik hat etwas von der Qualität moderner Werkstoffe: hohe Festigkeit bei größtmöglicher Leichtigkeit". Besonders glücklich ist Kurt Guss darüber, ein geretteter Alkoholiker zu sein und seine Erfahrungen an andere Menschen weitergeben zu dürfen.