Wer Gott umarmt, findet in seinen Armen die Welt

Lebenskunst und Weltgestaltung bei Madeleine Delbrêl

Gemalt von Eva-Maria Nolte (c) CityKloster Bielefeld, 2012
Mit einer interessanten Vortragsveranstaltung greift das Liborianum das große Thema der aktuellen Ausstellung im Diözesanmuseum auf, die die Geschichte der Nächstenliebe darstellt. Am 16. September ist Dr. Gotthard Fuchs um 19.00 Uhr zu Gast im Liborianum und wird mit der weltbejahenden Spiritualität von Madeleine Delbrêl vertraut machen. Seine Überlegungen greifen den Leitgedanken der französischen Pionierin der Nächstenliebe auf: „Wer Gott umarmt, findet in seinen Armen die Welt.“ Und so beleuchtet Gotthard Fuchs die verschiedenen Facetten ihrer unerschütterlichen christlichen Lebenshaltung: Denn Madeleine Delbrêl ging nicht nach Afrika oder Asien, sondern in die Slums von Paris. Seite an Seite mit Kommunisten und Atheisten lebte sie beispielhaft, wie Christsein geht. Anbetung und Weltverantwortung prägen ihre Alltagsmystik, und so ist sie eine Prophetin zukunftshaltigen Glaubens und Handelns.

Was damals in Frankreich zu gestalten war, ist jetzt auch hierzulande dran: Christsein mit Ansteckungsgefahr und Ausstrahlung, missionarisch also und einladend. „Ich glaube auch jetzt nicht an Gott“, sagte der marxistische Bürgermeister bei Delbrêls Beerdigung, „aber wenn es ihn gibt, trägt er die Züge von Madeleine.“ Eine faszierende Frau also mit ihrer höchst praktischen „Fahrrad-Spiritualität“ – nur in Bewegung, im schwungvollen Voran, hält sich unser christlicher Glaube aufrecht. Wissend, „daß Gott bereits unterwegs zu finden ist und nicht erst am Ziel.“

Dr. Gotthard Fuchs ist Priester des Erzbistums Paderborn und Ordinariatsrat a.D. für Kultur, Kirche und Wissenschaft in den Bistümern Limburg und Mainz. Seinen besonderen Schwerpunkt bildet die „Geschich­te und Gegenwart christlicher Spiritualität“. Vielfältige Seelsorge-, Lehr- und Bildungsarbeit.

Weitere Informationen: >>>weiter...